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Die ältesten Nachweise

Der erste Nachweis über einen Schützenverein in Wangen ist in den Eintragungen eines Schießbuches aus dem Jahre 1902 zu finden. Geschossen wurde in der Gastwirtschaft von Kaspar Holzeder und beim Neuen Wirt. Am 13. Dezember 1902 waren 12 Schützen am Stand um ein Kranzl auszuschießen, das vom ersten damaligen Vorstand Sebald Hanfstingl gestiftet worden war. Laut Schießprotokoll wurde jede Woche ein solches Kranzl ausgeschossen. Durchschnittlich waren 15 Schützen am Stand, darunter bereits eine Frau, nämlich Theres Strain. Am 22. Dezember 1906 wurden die Ausschussmitglieder neu gewählt, Vorstand wurde Michael Treffler, Schützenmeister und Schriftführer Johann Metzger und Kassier Thomas Pentenrieder. Es wurden folgende Bedingungen festgelegt:

  1. Monatsbeitrag 50 Pfennig
  2. Aufnahmegebühr 1,50 Mark
  3. Strafe für nicht Anwesende 20 Pfennig
  4. Jeder Kreis zählt einfach, der Punkt zählt 6
  5. Kreiszahl muß bis auf 30 mit einem Pfennig pro Kreis ergänzt werden
  6. Als Kranzl soll nur Fleisch (roh) im Wert von mindestens 2 Mark gegeben werden
  7. Zieler ist Herr Deininger Johann. Derselbe bekommt pro Abend 50 Pfennig
  8. Die Beiträge werden am 1. Samstag jeden Monats erhoben
  9. Es wird jeden Samstag und zwar abwechslungsweise beim Alten und beim Neuen Wirt geschossen.

Kranzl am 31.12.1909 gestiftet von Hotelier Holzeder, gewonnen von Huber Stephl mit 27 Kreisen. Weil er die geforderten 30 Kreise nicht erziehlte, musste er 3 Pfennige Strafe zahlen. Die letzte Eintragung aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg stammt vom 14. Februar 1910. Nach dem 1. Weltkrieg, so um 1920, begann man wieder mit dem Zimmerstutzen zu schießen. Jedoch wurde erst im Jahr 1923 ein geregelter Schießbetrieb aufgenommen. 1. Schützenmeister war in dieser Zeit Michael Hanfstingl. Die Aufzeichnungen in der Schießliste beginnen am 14. November 1925 mit einem Protokoll über die Zusammenkunft mit Wahl der neuen Vorstandschaft und es wurden ähnliche Bedingungen wie früher festgesetzt. Allerdings musste man nun nur noch 20 Kreise erzielen und jeden fehlenden Kreis mit 2 Pfennig bezahlen. Das Fernbleiben vom Schießabend kostete 40 Pfennig Strafe. Die alte Schützengesellschaft stellte einen Zimmerstutzen mit der Bedingung zur Verfügung, dass derselbe nach Beendigung des Schießens dem alten Schützenmeister Michael Treffler samt Protokollbuch wieder zurückgegeben wird. Geschossen wurde jeden Samstagabend beim Holzeder. Im Durchschnitt nahmen 20 Schützen an den Schießen teil. Die Eintragungen im Protokollbuchenden am 10. März 1928. Zwischenzeitlich wurde 1925 eine Kleinkaliber-Schützenabteilung-Wangen gegründet.

1939 kam dann der verhängnisvolle 2. Weltkrieg. Der Schießbetrieb hörte langsam auf. Nach dem Krieg wurde das Schießen von den Besatzungsmächten verboten und die Gewehre beschlagnahmt. Erst im Jahr 1955 begann Thomas Pentenrieder mit dem Wiederaufbau des Schützenvereins. Als 1. Schützenmeister sammelte er zusammen mit Josef Kirmayr in Wangen Geld, um wieder ein Gewehr kaufen zu können. Die Wiedergründungsversammlung fand am 3. Dezember 1955 statt. Im Gasthof Holzeder wurde der Schießbetrieb mit einem Stand aufgenommen und bald waren wieder 30 Schützen am Stand. Im Laufe der Zeit, haben sich im Gau Starnberg die Schützenvereine zu einem Schützengau zusammengeschlossen. Die Wangener Schützen sind zunächst nicht beigetreten, denn man hätte zwangsläufig den Beitrag erhöhen müssen. Da wir als „wilder Verein“, wie in Starnberg immer gesagt wurde, bei auswärtigen Preisschießen nicht teilnehmen konnten, beschloss man 1959 sich doch dem Gau anzuschließen. In diesem Jahr fanden Neuwahlen im Schützenverein statt. Mathias Gebhart jun. Löste Thomas Pentenrieder als Schützenmeister ab. 2. Schützenmeister wurde Fritz Rühl vom Buchhof. Für die besonderen Verdienste, die sich Thomas Pentenrieder um den Schützenverein Wangen erworben hat, wurde er von der Versammlung zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Die Länge des Standes mit 6,50 m beeinträchtigte die Leistungen bei auswärtigen Schießen derart, dass der Schießstand im Gasthof Holzeder aufgegeben werden musste. Schützenmeister Gebhart setzte sich dafür ein, dass die Schützen die Sporthalle des Radfahrvereines Wangen mitbenutzen durften. Die Schießanlage mit zuerst nur zwei Ständen wurde mit der Zeit auf acht Stände mit je 10 m Länge erweitert. Die Halle diente den Schützen zu sportlichen und gesellschaftlichen Zusammenkünften, insbesondere die Faschingsbälle wurden zu unvergessenen Festen. Im Schießjahr 1960/61 hatte der Schützenverein 28 Mitglieder. Die Schießabende wurden regelmäßig durchgeführt. Schützenkönig war in diesem Jahr Mathias Gebhart sen., der älteste Schütze im Verein mit 72 Jahren. Der Schützenverein hatte noch keine Königskette. Alois Patzel, der König des Jahres 1960 stiftete einen Taler und legte ihn dem neuen Schützenkönig an. Leider war in der Vereinskasse kein Geld für die Anschaffung einer Schützenkette. Daher gingen Schützenmeister Gebhart und Michael Hanfstingl jun. zum Sammeln. Stolz konnten beide auf das Ergebnis sein: DM 257.- und einige wertvolle Taler für die Schützenkette. Einige davon waren bereits über 200 Jahre alt. Auf diese Weise wurde für den Schützenverein ein Wert geschaffen, der nie verloren gehen kann.

Beim Bundesschießen 1961 in München ist der Schützenverein Wangen das erste Mal mit der neuen Schützenkette beim Schützenzug mitmarschiert. Bei der Fahnenweihe in Machtlfing (1961) waren die Wangener Schützen einer der am stärksten vertretenen Vereine. An diesem Tag wurde der neue Schützenhumpen, gestiftet von Centa Vogl, im Gasthaus Holzeder eingeweiht. Im Schießjahr 1962/63 traten die ersten 5 Jungschützen dem Verein bei. Im selben Jahr wurde ein Jugendvergleichsschießen mit der Schützengesellschaft Percha durchgeführt. 1963 fand zum erstenmal ein Gau-Jugend-Schießen statt, an dem alle Jungschützen teilnahmen. Beim Endschießen 1963 erhält zum Gebhart ein Schützenkrügerl und ein Fass Bier. Im Jahr 1963 (zum 40. Jubiläum des Vereins) wurde ein 10-tägiges Jubiläumsschießen durchgeführt. Es waren die Neufahrner Schützen und die Jugendmannschaften aus Percha und Harkirchen, sowie das Gauschützenmeisteramt eingeladen. Jedes Mitglied des Schützenvereins Wangen hatte einen Festpreis zu stiften. Gausportleiter Petzold war jeden 2.Tag zum Auswerten der Scheiben in Wangen. Mit viel frischem Grün wurde die Halle zur Preisverteilung in einen Wald verwandelt. Silvester wurden wieder ein Strohschießen eingeführt. Es gab richtige Strohpreise, das heißt die Sachpreise wurden so verpackt, dass von außen der Inhalt nicht zu sehen war. Das Auspacken war immer eine Riesengaudi. Zu später Stunde wurden dann aus dem Wienerwald Hendl geholt. Dies war auch bei manchen Schießabenden der Fall.

Im Jahr 1965 gründete sich die Schützengesellschaft FT 09 Starnberg. Unser Verein wurde zum Patenverein ausgewählt. Eine enge Verbundenheit der beiden Vereine bestand bereits über den Fußball. Die damals vereinbarten jährlichen Pokalschießen werden bis heute durchgeführt.

Die Nikolausschießen bei der FT 09 waren jedes Jahr ein Erlebnis. Geschossen wurde in der alten Halle (das heutige Jugendzentrum in Starnberg) von einem Balkon aus über den Saal auf die gegenüberliegende Wand.


Fahnenweihe

In der Mitte der 60er Jahre schafften viele Vereine aus unserem Gau eine Fahne an. So beschloss auch der 1. Schützenmeister Hans Koch 1966 mit seinen Vorstandsmitgliedern die Anschaffung einer Vereinsfahne. Gleichzeitig wurde ein Vereinsname festgesetzt. Die Schützengesellschaft nannte sich fortan Adlerschützen Wangen. Auf Antrag beim Perchaer Schützenmeister Modlinger im März 1966, erhielten wir sofort die Zusage für die Übernahme der Patenschaft.

Eingeladen wurden alle Wangener Vereine sowie die ganzen Schützenvereine des Gaues Starnberg. Bei der Niederbayerischen Fahnenstickerei Kössinger in Schierling wurde unsere Fahne in Auftrag gegeben. Die Schützen entschieden sich für ein grünes Fahnenrips. Von der damaligen Gemeinde Wangen wurde das Trauerband gespendet. Am 17. Juli 1966 war es dann soweit – Fahnenweihe in Wangen.

Mit viel Fleiß hatten die Adlerschützen Wangen die Turnhalle in einen Festplatz verwandelt. Als Festkapelle wurden die Original Donauschwaben aus München verpflichtet und am Festabend spielten die Hochstadter Buam und die Starnberger Stub´nmusik. Der 1. Gauschützenmeister Hans Ambacher und sein Gauschriftführer Josef Ambacher waren ebenfalls bei der Feier vertreten. Zahlreiche bewährte Mitglieder unserer Gesellschaft wurden ausgezeichnet. Eine ganz besondere Ehre war es unserem Schützenmeister Johann Koch seinem Vorgänger als erstem das Vereinszeichen mit Eichenlaub zu überreichen. Dies sollte das äußere Zeichen dafür sein, dass Mathias Gebhart in den vorangegangenen Jahren den Grundstock für die Fahnenweihe geschaffen hatte. Der Festabend nahm einen sehr harmonischen Verlauf. Bürgermeister Hans Thumann, der damals noch selbstständigen Gemeinde Wangen, hatte die Schirmherrschaft für das Fest übernommen. Vom Gauschützenmeister Hans Ambacher bekamen wir für unsere Schützenkette einen schönen Taler. Auch die Fahnenmutter Ilse Gebhart und Vroni Patzel wurden mit einem Taler ausgezeichnet. In seiner Festansprache ermahnte der Gauschützenmeister insbesondere den neuen Fähnrich Johann Thumann jun. die Fahne stets mit Würde zu tragen. Am nächsten Tag regnete es in Strömen. Der Festgottesdienst musste in der Kirche gehalten werden. Ein Kirchenchor aus der Pfarrgemeinde St. Johann aus München sorgte für die festliche Gestaltung. Nach der Weihe durch den Kurat Eismann hängten die Fahnenmutter und die Fahnenbraut je ein Erinnerungsband an die neue Fahne. Der Patenverein Percha stiftete ebenfalls ein schönes Band. Beim Aufstellen des Festzugs waren alle bereits patschnass, so dass sich der Festzugsleiter Mathias Gebhart entschloss auf dem kürzesten Weg zum Festplatz zu marschieren. Am Kriegerdekmal wurde kurz gehalten. Schützenmeister Johann Koch legte während der Klänge des Guten Kameraden einen Kranz für die Gefallenen und Verstorbenen nieder. Das Fest nahm trotz der ungünstigen Witterung einen sehr harmonischen Verlauf und einzelne Gesellschaften waren bis in die späten Abendstunden anwesend. Durch viele freiwillige Spenden konnte das finanzielle Defizit der Veranstaltung ausgeglichen werden, so dass der Verein nach der Fahnenweihe nicht mittellos dastand. Zum ersten mal waren wir mit unserer Fahne in Hanfeld zur Fahnenweihe. Alle Schützen von uns waren zu den Bergschützen nach Hanfeld gekommen um unsere verregnete Fahnenweihe nachzufeiern. Für einige unserer Schützen wurde es sehr spät und auch etwas feucht (aber von innen).

1966 fanden bei mehreren Vereinen im Gau Fahnenweihen statt. Aus diesem Grunde hatten sich die Adlerschützen entschlossen ein Fahnenweihschießen zu veranstalten. Es wurde vom 21. – 29.10.1966 durchgeführt. An diesem Schießen nahmen fünf Festvereine und deren Patenvereine teil: Adlerschützen Wangen, Stefanischützen Söcking, 1874 Percha, Bergschützen Hanfeld, Altschützen Tutzing, Almarausch Unering, Bavaria Drößling und Edelweiß Unterzeismering Die Fahneweihscheibe ging nach Unterzeismering.

Erster Preis auf der Festscheibe war eine Wildsau, die Jäger Alois Patzel geschossen hatte. Die Sau konnten die Hanfelder Schützen waidgerecht auf einem Stock mit nachhause nehmen.

Am 19. April 1968 senkte sich unsere neue Fahne erstmals über ein offenes Grab. Die Adlerschützen nahmen Abschied von einem Gründungsmitglied, und dem allerersten Schützenmeister, Michael Hanfstingl sen. Er hatte von der Gründung bis zur Fahnenweihe mitgewirkt. Noch in hohem Alter war er am Stand und gab dadurch seine Treue zum Schießsport kund. Schützenmeister Johann Koch legte für die Adlerschützen einen Kranz nieder. Wir werden unseren Gründer und ersten Schützenmeister in der Gesellschaft immer fortleben lassen.

Zum Ende des Schießjahres 1968 wurde ein Pokalschießen zwischen den benachbarten Gesellschaften Percha, Harkirchen und Wangen ausgetragen. Nach drei Wettkämpfen die jeder Verein ausrichtete, lag Percha auf dem 1. Platz gefolgt von den Adlerschützen Wangen, Dritter wurde Harkirchen.

Bei der Hauptversammlung am 16.08.1968 löste Josef Festl als neuer Schützenmeister Johann Koch ab. 2. Schützenmeister wurde Heribert Illgen.

Im August 1973 verabschiedeten wir uns von der alten Halle mit einem Spanferkelessen. Die alte Halle wurde abgebrochen um einer neuen Mehrzweckhalle Platz zu machen. Im Schießjahr 1973/74 durften wir die Schießstätte unseres Patenvereins Percha 1874 benutzen. Die Preisverteilungen und Veranstaltungen wurden beim Gasthaus Holzeder abgehalten. So konnten wir die Zeit bis zum Einzug in die neue Mehrzweckhalle gut überbrücken.


Der erfolgreichste Schütze

Der erfolgreichste Schütze im Verein ist Hans Brunner. Er begann seine Karriere mit dem Vereinsmeister in der Jugendklasse im Jahr 1979. Von 1979 bis 1991 war er in Folge Stadtmeister der Stadt Starnberg. Es folgten unzählige Titel bei den Oberbayerischen und Bayerischen Meisterschaften in den Disziplinen Luftgewehr, KK 100m und in der Armbrust. Auch bei den Deutschen Meisterschaften konnte er sich in diesen Wettbewerben von 1985 an einige Jahre auf die Stockerlplätze schießen. Bei der EM 1991 belegte er zwei erste Plätze. Im selben Jahr, bei der WM in Arnheim/Holland belegte er im Einzelwettbewerb den vierten Platz. Siegte aber mit der Mannschaft. Zusammen mit Franz Falke und Wolfgang Hess gelang ihm ein neuer Weltrekord. Bei der WM der Rollstuhlfahrer 1987 in Ontario/Kalifornien belegte er im Dreistellungskampf den ersten Platz mit einem Deutschen Rekord von 1183 Ringen, mit der Mannschaft wurde er Zweiter und in der Disziplin Englisch Match (60 Schuß liegend) konnte er den dritten Platz erreichen. Bei den Bayerischen Versehrtenmeisterschaften 1988 wurde er im Luftgewehr und KK 100m jeweils Zweiter. Ein großer Erfolg für ihn war dann allerdings die Teilnahme an den Paralympics 1988 in Seoul. Er belegte zwar „nur“ den vierten Platz, wurde aber mit großer Begeisterung in Wangen empfangen. Nachdem er 1992 bei den Europameisterschaften gesiegt hatte, konnte er wieder an den Paralympics teilnehmen. Er fuhr nach Barcelona und kam mit einer Gold- und drei Silbermedalien, sowie zwei Weltrekorden wieder nach Hause zurück. Familie, Freunde und Starnbergs Stadtväter bereiteten im noch in den Abendstunden in Wangen einen großen Empfang mit Böllerschüssen und Blasmusik. Wir waren alle sehr stolz auf ihn.

Am 21.09.1984 löste Hans Friedinger den langjährigen ersten Schützenmeister Josef Festl ab. Er war seit 1968 in diesem Amt tätig. Zweiter Schützenmeister wurde Alfred Bradl.

Ein fester Bestandteil unseres Schießprogramms ist seit Anfang 1970 das Josefi-Schießen. Unsere Sepp´n stifteten dazu den Josefi-Pokal, der jedes Jahr – bis heute- von unseren Schützen und Schützinnen ausgeschossen wird. 1985 gewann diesen Pokal Friede Bradl. 1986 entschlossen sich unsere Schützendamen ein Vereinsdirndl anzuschaffen. Auch unsere Männer wollten nicht nachstehen und kauften sich einheitliche Schützenjacken. Bei der Fahnenweihe in Oberpfaffenhofen konnten sie sich das erste Mal damit zeigen.


Freundschaftsschießen mit Neufahrn

Am 09.03.1990 trafen wir uns zum ersten mal zu einem Freundschaftsschießen mit den Neufahrner Schützen. Nachdem die Neufahrner glaubten, gegen uns keine Chance zu haben, vereinbarten wir ein Vergleichsschießen, bei dem die zehn besten Blattl gewertet wurden. Trotzdem gewannen wir den Pokal. Dieses Schießen ist auch schon zur Tradition geworden und wird bis heute jährlich ausgetragen.

Am 11. Februar 1991 verstarb unser langjähriger Schützenmeister und Ehrenschützenmeister Josef Festl. Er war von 1968 bis 1984 erster Schützenmeister und wurde als Anerkennung für seinen enormen Einsatz für den Verein 1984 zum Ehrenschützenmeister ernannt. Bis 1990 führte er die Bewirtung des Schützenstüberls durch. In all den Jahren stand Josef Festl seinem Verein mit Rat und Tat zur Seite.

1992 feierten wir unser 90jähriges Jubiläum mit Festgottesdienst und Festzug. Es beteiligten sich alle zehn geladenen Schützenvereine: FT09 Starnberg, Percha 1874, FSG Starnberg, Stefani Söcking, D´Oberlandler, Würmtaler Gräfelfing, Bergschützen Hanfeld, Wildschützen Wifo Krailling und SG Neufahrn Sowie die Wangener Vereine mit Ihren Fahnen. Auch der 1. Bürgermeister und Schirmherr Heribert Thalmair sowie das Gauschützenmeisteramt waren anwesend. Die Blaskapelle Hohenschäftlarn spielte zum Kirchen- und Festumzug und anschließend zur Unterhaltung in der Mehrzweckhalle.

1993 kam eine Delegation der Schützen aus Neufahrn zum Patenbitten nach Wangen. Beim sogenannten Patenbitten handelt es sich um einen wertvollen alten Brauch. Für die Weihe einer neuen Fahne wird die Patenschaft eines befreundeten Vereins benötigt. Es muss eine solche Verbindung auch förmlich begründet und anschließend gepflegt werden. Wesentliches Merkmal des Patenbittens ist der Kniefall vor versammelter Mannschaft und zwar auf derben Holzscheiteln. Die aber hatten die Neufahrner wohlweislich selbst mitgebracht (feingehobelte Vierkanthölzer mit weiß-blauem Rauten-Muster). Schützenmeister Otmar Ziganek und sein Vize Josef Reitinger trugen humorgeswürzte Verserl vor und auch die künftige Fahnen-Mutter Viktoria Seitner warb um den freundlichen Beistand. Die Adlerschützen nahmen das Bitten gerne an. Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir zur Fahneweihe der SG Neufahrn am 15.05.1994 mit 45 Mitgliedern. Die Adlerschützen zeigten sich von ihrer besten Seite. Die Damen mit neuen Dirndln und die Männer mit neuen Hüten. Als Patengeschenk überreichten wir den Neufahrnern eine handgemalte Schützenscheibe mit dem Bild der Patenbitter.


Sebastianischießen der sieben Starnberger Schützengesellschaften

Die Stadt Starnberg stiftete einen Wanderpokal für das Sebastiani-Schießen, der zwischen den sieben Starnberger Schützengesellschaften ausgeschossen wird. In den Jahren 1984-1987 konnten wir den Pokal mit nach Wangen zu nehmen. Beim Jugend-Gauschießen 1987 wurde der Wangener Adlerschütze Michael Patzel Gau-Jugend-Vize-König.

Am 07.01.1988 verstarb unser zweiter Schützenmeister Alfred Bradl. Zu der Trauerfeier auf dem Waldfriedhof München war ein großer Teil unserer Mitglieder gekommen. Alfred Bradl war Mitarbeiter in der Vorstandschaft, er kümmerte sich sehr um die Jugendarbeit im Verein, er opferte viele Abende für das Training. Am Ende des Jahres 1988 gab es nochmals einen traurigen Anlass für unseren Verein. Unser Ehrenschützenmeister Thomas Pentenrieder verstarb im Alter von 69 Jahren. Er hatte nach dem zweiten Weltkrieg den Schützenverein wiedergegründet und wurde 1955 zum ersten Schützenmeister gewählt. Dieses Amt hatte er bis zum Jahr 1960 inne.


Wangen schließt Freundschaft mit Wangen

1991 las der Wendelinus-Schützenmeister Georg Nothelfer in der Starnberger Gau-Schützenchronik und stellte fest, dass es nicht nur ein Wangen bei Ulm, sondern auch ein Wangen bei Starnberg gibt. Er nahm Kontakt auf zu Gabi Königsdorfer und kurz darauf besuchte eine Delegation aus unserem Wangen unter Hans Friedinger Wangen bei Ulm. Seither herrscht ein reger Austausch mit den Wendelinus-Schützen. Jedes Jahr treffen wir uns wechselweise im schwäbischen und im oberbayerischen Wangen. Neben einem Rahmenprogramm gibt es auch ein Freundschaftsschießen mit Wanderpokal. Unsere Freunde waren zum 90.Jubiläum bei uns und wir zum 50.Geburtstag bei ihnen eingeladen. Inzwischen gibt es auch gemeinsame Hüttenbesuche im Zillertal, Radltouren mal hier mal da, Theaterbesuche usw. Auch die Feuerwehren aus beiden Wangen haben bereits einen Austausch begonnen. Zwischen den einzelnen Familien haben sich mittlerweile richtige Freundschaften entwickelt. Ein Dank für das gute Gelingen der Partnerschaft gebührt vor allem Georg Nothelfer und Hans Friedinger.

Bei der Jahreshauptversammlung am 20.09.1996 löste Bernhard Klug den 1. Schützenmeister Johann Friedinger ab. 2. Schützenmeister wurde Michael Patzel.

Am 25.09.1996 veranstalteten wir ein Fest- und Pokalschießen anlässlich der Ernennung von Johann Friedinger zum Ehrenschützenmeister und Verabschiedung der Wirtsleute Günter und Brigitte Pohl. Seit 1990 führten sie die Bewirtung des Schptzenstüberls durch.

Beim 44. Gauschießen 1998 wurde Bernhard Klug Gau-Schützen-König. Nachgemacht hat es ihm beim Gau-Jugend-Schießen im Oktober desselben Jahres Andreas Binder. Er wurde Gau-Jugend-König.

Am 27.03.1999 gaben wir unserem Ehrenschützenmeister und Gauehrenmitglied Gebhart Hias das letzte Geleit. Er war von 1959 bis 1965 1. Schützenmeister der Adlerschützen Wangen.

Im Oktober 1999 veranstalteten wir unser 3. Weinfest in Folge. Zur musikalischen Unterhaltung trugen die Mandolinengruppe aus Wangen bei Ulm und Horst Glas mit seiner Hammondorgel bei. Leider wurde unser Fest durch eine Rauferei überschattet. Die handgreifliche Auseinandersetzung mit Skinheads vor der Mehrzweckhalle wurde durch den Mut vieler Wangener Bürger und das Eingreifen der Starnberger Polizei beigelegt. Ob diese Skinheads ein zweites Mal bei uns erscheinen, werden sie sich reiflich überlegen.


Besondere Ehrung für Josef Königsdorfer

Mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern wurde unser langjähriges Mitglied Josef Königsdorfer am 27.01.2000 ausgezeichnet. Landrat Heinrich Frey und Bürgermeister Heribert Thalmair überreichte ihm im Rahmen einer Feierstunde diese Auszeichnung. „Er hat sich durch außergewöhnliches Engagement und großen persönlichen Einsatz hervorragende Verdienste bei der Ausübung seiner Ehrenämter erworben.“


Umbau der Schießanlage

Im Sommer 2000 begann der große Umbau unseres Schießraumes. Bedingt durch den Anbau an die Mehrzweckhalle bekam unser Verein einige Quadratmeter an Nutzraum dazu. In mehreren Ausschusssitzungen wurde über die Neugestaltung, den Ablauf und die Kosten diskutiert. An vieles war zu denken: Woraus soll die Rückwand bestehen? Welcher Bodenbelag soll verlegt werden? Welche Beleuchtung, welche Belüftung, welche Vorschriften müssen beachtet ewrden und vieles mehr. Ein Teil unserer Mitglieder opferten viele Stunden, ja sogar Monate, um den Umbau zu realiesieren. Viele Stunden Harter Arbeit waren nötig, damit im Herbst wieder der Schießbetrieb beginnen konnte. Andreas Speth war unser Organisator beim Umbau. Unterstützung fand er dabei von Christian Plenert. Auch die Frauen durften sich mit Putz- und Näharbeiten und vor allem Brotzeitbringen beteiligen. Der neue, sehr gut gelungene Schießraum konnte bei der Hauptversammlung im Oktober 2000 bewundert werden.

Im August 2001 verstarb unsere Fahnenmutter Ilse Gebhart nach langer Krankheit. Die Adlerschützen gaben ihr das letzte Geleit.

Beim Damen-Gauschießen 2000 wurde Friede Bradl Gau-Damen-Königin.

Im Jahr 2001 endete der Umbau mit der Erweiterung unseres Schützenstüberls. Wir bekamen einen Auswerte- und Umkleideraum dazu.


Fasching

In unserer alten Halle fanden jährlich, man muss schon fast sagen „berüchtigte“ Faschingsbälle statt. Besonderer Beliebtheit erfreute sich die Bar mit Schmuseecken hinter der Bühne. Die Toiletten waren noch im Freien und auch sonst war manches rustikal aber schön. Zur Freude trug auch bei, dass diese Feste der Vereinskasse Sondererlöse bescherten. So konnte 1962 vom Überschuss in Höhe von 160.-DM die erste Teilermaschiene angeschafft werden. Auch in der neuen halle fanden ab 1974 wieder rauschende Faschingsfeste statt. Im Zuge der Zeit nahm der Besuch jedoch stark ab, dass sich die Organisation eines traditionellen Schützenballes nicht mehr lohnte. Im Jahr 2000 wurde mit der „Nacht des Grauens“ ein neues Konzept verwirklicht. Die Halle wurde in tagelanger Arbeit mit Hexen, Spinnen und grässlichen Masken dekoriert. Besucher wie Veranstalter waren einer Meinung: es hat sich gelohnt. 2001 wurde die Dekoration für eine sagenhafte „Space-Night“ wiederverwendet. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass die Feste in Wangen einfach „Spitze“ sind und so kommen die Leute wieder vermehrt zum etwas anderen „Schützenball“ und machen sich die Mühe, dem Motto entsprechend maskiert zu sein erscheinen.


Dorfmeisterschaft

Seit 1995 gibt es die Dorfmeisterschaft für Luftpistole. Diese Meisterschaft ist mindestens genauso viel „wert“ wie die Stadtmeisterschaft Starnberg. Aus Wangen kamen in den letzten Jahren die meisten und die besten Luftpistolenschützen im Stadtbereich Starnberg. Hermann Illgen hat für den jeweiligen Dorfmeister eine goldene Anstecknadel gestiftet. Mitschießen kann jeder. Anschließend gibt es selbstgemachte Pizza für alle.


Rundenwettkampfmeisterschaften

Zur Zeit sind für den Wettkampf eine Mannschaft im Luftgewehr und zwei Mannschaften Luftpistole gemeldet. In der Saison 2000/2001 hatten wir eine dritte Luftpistolen-Mannschaft bestehend nur aus Damen gemeldet. Das Training im Pistolenbereich und die Betreuung der 1. Luftpistolen-Mannschaft wird durch Hermann Illgen geleitet. Um die Termine der 2. Luftpistolen-Mannschaft kümmert sich Mathias Jöhnk. Die 1. Luftgewehrmannschaft war viele Jahre sehr erfolgreich in der GAU-Klasse und schaffte sogar den Aufstieg bis in die Bezirksliga. In dieser Mannschaft schossen: Hans Brunner, Christoph Pentenrieder, Gabi Königsdorfer, Michaela Birzele, Stefan Friedinger und Markus Burgstaller Die 2. Mannschaft war stets als Talentschmiede tätig und konnte sich in den C- und B-Klassen gut schlagen. Leider musste die Mannschaft mangels guter Schützen im Jahr 2000 abgemeldet werden, damit die 1. Mannschaft weiterbestehen konnte. In der Saison 2001/2002 gab es endlich wieder was zu feiern: den Aufstieg in die A-Klasse. Die 1. Mannschaft betreute lange Zeit Stefan Friedinger und jetzt Markus Burgstaller. Leiter der 2. Mannschaft war nach Alfred Bradl bis zu deren Auflösunglange Jahre Johann Koch jun. Ein ganz besonderer Dank gilt unserem Jugendleiter Helmut Jakob. Er hat viele Jahre die Jugendlichen in den Verein geholt, mit ihnen trainiert, Wettkämpfe mit ihnen ausgetragen, als Rahmenprogramm auch Fußball, Dartspielen und Kartenspielen geübt. Wenn auch in einem bestimmten Alter viele Jungschützen andere Interessen entwickeln, bleiben doch einige als aktive Schützen dem Verein erhalten. Sie sind ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Zukunft der Adlerschützen Wangen.

In diesem Sinne wünschen wir uns und all den befreundeten Schützengesellschaften sportlich und gesellschaftlich ein reges Vereinsleben auf dem Weg in die nächsten 100 Jahre!

Hinweis: Diese Chronik wurde nicht von Profis verfasst, sie soll eine Zusammenfassung der Vereinsgeschichte in den 100 Jahren sein. Schwierig war es aus den Anfangszeiten Informationen zu bekommen, da es wenige Quellen gibt und die Gründungsväter bereits verstorben sind. Daher besteht auch keine Gewähr auf Vollständigkeit bzw. Richtigkeit.